BMW i3 (2026): Die „Neue Klasse“ ist da – 900 km Reichweite und das Ende der Lade-Angst?

Vor genau 13 Jahren revolutionierte BMW mit dem ersten i3 die Elektromobilität. Heute schlagen die Bayern ein neues Kapitel auf: Der brandneue BMW i3 (intern NA0 genannt) wurde offiziell enthüllt. Er ist keine skurrile Carbon-Kugel mehr, sondern eine hocheffiziente Sportlimousine auf der „Neuen Klasse“-Plattform. Wir haben alle Daten, Fakten und Preise zum neuen Hoffnungsträger aus München.

Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell: Der neue BMW i3 ist das Herzstück der „Neuen Klasse“. Während der ebenfalls neue iX3 die SUV-Fans bedient, soll der i3 das Erbe des legendären 3ers in das Elektro-Zeitalter überführen. Und die Zahlen, die BMW heute präsentiert hat, lassen die Konkurrenz aus Kalifornien und China aufhorchen.

Design: Radikal, clean, ikonisch

Optisch bricht der neue i3 mit fast allem, was wir bisher von BMW kannten. Die vertikalen Nieren sind einer flächigen, beleuchteten Frontpartie gewichen, die Scheinwerfer und Grill zu einer digitalen Einheit verschmilzt. Mit einer Länge von 4,76 Metern und einem Radstand von knapp 2,90 Metern bietet er deutlich mehr Platz im Innenraum als ein aktueller Verbrenner-3er.

Die Technik-Revolution: 800 Volt und Rundzellen

Der größte Sprung findet unter dem Blech statt. BMW setzt erstmals auf die 6. Generation der eDrive-Technologie. Statt prismatischer Zellen kommen nun hocheffiziente Rundzellen zum Einsatz.

  • Reichweite: Das Topmodell, der i3 50 xDrive, knackt die magische Grenze und verspricht bis zu 900 Kilometer WLTP-Reichweite. Das ist ein neuer Bestwert in der Premium-Mittelklasse.
  • Laden: Dank der 800-Volt-Architektur lädt der i3 mit bis zu 400 kW. In nur 10 Minuten soll Strom für weitere 300 Kilometer fließen.
  • Performance: Zum Start leistet der Allradler 463 PS (340 kW). Ein M-Performance-Modell (i3 M60) ist bereits in Sichtweite.

Interieur: Das Ende des iDrive-Controllers

Im Innenraum verabschiedet sich BMW endgültig vom klassischen Dreh-Drück-Steller. Das Cockpit wird dominiert von:

  1. BMW Panoramic Vision: Ein Head-up-Display, das über die gesamte Breite der Windschutzscheibe projiziert.
  2. Central Display: Ein fast 18 Zoll großer, zentraler Touchscreen.
  3. Nachhaltigkeit: Rund 30 % des Fahrzeugs bestehen aus Sekundärmaterialien – Leder sucht man vergebens, stattdessen gibt es hochwertige Textilien aus recycelten Meeresplastiken.
FeatureBMW i3 50 xDrive (2026)
AntriebAllrad (Dual-Motor)
Leistung340 kW / 463 PS
Batteriekapazitätca. 100 kWh (netto)
Reichweite (WLTP)bis zu 900 km
Ladeleistung (Max)400 kW (DC)
V-Max200 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h4,2 Sekunden

Ein Griff ins Leere? Der Türgriff-Konflikt auf dem chinesischen Markt

So fortschrittlich das Design des i3 mit seinen bündigen, elektrisch ausfahrenden Türgriffen auch wirkt, so birgt es brisanten politischen Zündstoff. Genau diese Technik steht im Fokus neuer Sicherheitsregularien in China, dem weltweit wichtigsten Automarkt.

Das Problem: Chinas Behörden (MIIT) haben aufgrund von Unfallerfahrungen, bei denen Retter blockierte Türen an brennenden Elektroautos nicht öffnen konnten, strengere Vorschriften erlassen. Ab dem 1. Januar 2027 sind rein elektrisch betriebene, versenkbare Türgriffe in Neuwagen verboten. Sie müssen zwingend über eine jederzeit funktionierende, rein mechanische Rückfallebene verfügen, die auch bei komplettem Stromausfall von außen bedienbar ist. Für bereits zugelassene Modelle gilt eine Übergangsfrist zur Umrüstung bis 2029.

Die Konsequenz für BMW: In der aktuellen Konfiguration, wie sie für Europa präsentiert wurde, könnte der neue i3 (dessen Auslieferung im Herbst 2026 startet) ab Anfang 2027 in China keine Neuzulassung mehr erhalten.

Plant BMW eine Änderung bis zur Auslieferung? Offiziell gibt sich BMW zu diesem spezifischen Punkt noch bedeckt. Doch Branchen-Insider sind sich einig: BMW wird es sich keinesfalls leisten, seinen wichtigsten Einzelmarkt zu verlieren. Es ist davon auszugehen, dass BMW zweigleisig fährt:

  1. Für Europa/USA: Die präsentierten, rein elektrischen „Pop-out“-Griffe bleiben Standard.
  2. Für China: BMW wird bis zur Markteinführung in der Volksrepublik (die traditionell kurz nach Europa erfolgt) entweder:
    • Das Griff-Design auf ein mechanisches „Klapp“-System (ähnlich Model Y) ändern, das versenkt ist, aber manuell bedient wird.
    • Oder eine robuste, von außen zugängliche mechanische Notentriegelung implementieren, die den chinesischen Anforderungen zu 100 % entspricht. Ein rein elektrisches System ohne mechanische Redundanz ist für China ein „No-Go“.

Ab wann kann man den neuen BMW i3 kaufen?

Die Bestellbücher für die „First Edition“ des i3 50 xDrive öffnen bereits in den kommenden Wochen. BMW plant, den Konfigurator im Mai 2026 freizuschalten.

Wann erfolgt die Auslieferung? Die Serienproduktion im Stammwerk München startet im August 2026. Die ersten Fahrzeuge werden nach aktuellem Stand im Herbst (Oktober/November) 2026 an Kunden in Europa ausgeliefert.

Preise: Was kostet die Zukunft?

Offiziell hält sich BMW bei den Basispreisen noch bedeckt, doch Branchenexperten und erste Händler-Informationen lassen folgenden Schluss zu:

  • Der BMW i3 50 xDrive wird sich preislich am neuen iX3 orientieren und bei ca. 70.900 Euro starten.
  • Eine günstigere Variante mit Heckantrieb (i3 40) wird für Anfang 2027 erwartet, deren Preis deutlich näher an die 60.000-Euro-Marke rücken dürfte.

Fazit: Ist der neue i3 der Tesla-Killer?

BMW liefert mit dem neuen i3 genau das, was die Kunden gefordert haben: Enorme Reichweite, extrem kurze Ladezeiten und ein Design, das modern, aber unverkennbar BMW ist. Mit 900 km Reichweite setzt München die Messlatte extrem hoch. Wenn die Software hält, was die Hardware verspricht, könnte der i3 ab Herbst 2026 zum neuen Maßstab der Elektromobilität werden.

© Text e-news.ch 2026 / © Bild BMW Group 2026

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