Modellwechsel beim VW ID.3: Produktionspause läutet neue Ära mit „echten“ Knöpfen und LFP-Power ein

Wer aktuell versucht, sich auf der Volkswagen-Webseite seinen individuellen ID.3 zusammenzustellen, blickt ins Leere. Der Konfigurator ist abgeschaltet, lediglich Bestandsfahrzeuge sind noch verfügbar. Was nach einem Lieferstopp klingt, ist in Wahrheit der Vorbote für das bisher wichtigste Update des kompakten Stromers. Wir haben die Details zum „ID.3 Facelift 2026“: Von der Rückkehr der physischen Tasten bis hin zu einer neuen Batterie-Generation.

Das Ende des Konfigurators – Was steckt dahinter?

Es ist ein gewohntes Bild in der Automobilindustrie: Wenn der Konfigurator schließt, steht ein Generationen- oder ein umfassender Modellwechsel bevor. VW bereitet die Werke auf die Produktion des überarbeiteten ID.3 vor, der intern oft als „Phase 2“ des Facelifts bezeichnet wird. Während das erste Update im Jahr 2023 eher kosmetischer Natur war (hochwertigere Materialien im Innenraum), geht es jetzt ans Eingemachte – vor allem an die Kritikpunkte, die das Modell seit seinem Start im Jahr 2020 begleiten.

Interieur-Revolution: Das Ende der „Slider-Qual“

Die wohl wichtigste Nachricht für alle VW-Fans: Die Wolfsburger ziehen die Reißleine beim Bedienkonzept. Inspiriert von der Designstudie ID. 2all wie auch ID.Polo, wird der neue ID.3 im Innenraum deutlich konventioneller – und damit bedienfreundlicher.

  • Physische Tasten: Das Multifunktionslenkrad verabschiedet sich von den unpräzisen Touch-Flächen und kehrt zu echten, haptischen Tasten zurück.
  • Beleuchtete Slider & mehr: Während die Slider für Temperatur und Lautstärke nun endlich serienmäßig beleuchtet sind, gibt es Gerüchte über zusätzliche physische Schalter für die Klimasteuerung direkt unter dem neuen, auf 12,9 Zoll angewachsenen Infotainment-Display.
  • Materialien: Hartplastik soll fast vollständig aus dem Sichtbereich verschwinden und durch Textil- oder Mikrofaser-Oberflächen ersetzt werden.

Technik-Check: Neue Batterien und schnelleres Laden

Unter dem Blech tut sich ebenfalls Entscheidendes. VW nutzt das Update, um die MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten) auf den neuesten Stand zu bringen, oft als MEB+ bezeichnet.

FeatureAktuelles Modell (Bestand)Neues Modell (2026/27)
Batterietyp (Einstieg)NMC (Nickel-Mangan-Cobalt)LFP (Lithium-Eisen-Phosphat) möglich
Ladeleistung (Peak)Bis zu 120–170 kWBis zu 175–200 kW erwartet
10–80% Ladezeitca. 30–35 Min.ca. 20–25 Min.
InfotainmentSoftware 4.0/5.0Software 6.0 inkl. KI-Integration

Besonders spannend: Die Einführung von LFP-Zellen (Lithium-Eisen-Phosphat) für die kleineren Batteriegrößen. Diese sind nicht nur langlebiger und robuster gegenüber 100%-Ladungen, sondern auch günstiger in der Produktion – ein entscheidender Faktor für den Basispreis.

Bleibt der „Pure“ das Einstiegsmodell?

Ja, der ID.3 Pure bleibt erhalten, soll aber attraktiver positioniert werden. Mit der neuen 52-kWh-Batterie (netto) und einer optimierten Ladekurve wird das Einstiegsmodell deutlich langstreckentauglicher.

Preisprognose: Um gegen die wachsende Konkurrenz aus China (z. B. MG4 oder BYD Dolphin) zu bestehen, wird VW versuchen, den Einstiegspreis für den ID.3 Pure stabil bei etwa 34.000 bis 36.000 Euro zu halten – vor Abzug möglicher Herstellerprämien. Durch die effizientere Produktion der LFP-Akkus könnte der reale Marktpreis sogar unter die 30.000-Euro-Marke fallen, sobald die ersten Rabattaktionen greifen.

Design: Das „Pure Positive“-Gesicht

Optisch wird sich der ID.3 an der neuen Designsprache orientieren, die mit dem ID.Polo eingeführt wurde. Die Front wirkt „freundlicher“ und aufgeräumter. Die markante Sicke auf der Fronthaube, die beim ersten Facelift bereits entfiel, bleibt Geschichte; stattdessen sorgen neue LED-Signaturen und aerodynamisch optimierte Felgen für einen frischen Auftritt.

Fazit: Volkswagen hat verstanden. Mit dem kommenden Update wird der ID.3 endlich das Auto, das er zum Start hätte sein sollen: Ein intuitiv bedienbarer, schnell ladender Kompaktwagen mit hoher Materialqualität. Die Präsentation wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.

© Text / Bild e-news.ch 2026

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