Kias Angriff auf die 30.000-Euro-Klasse: Weltpremiere des EV2 in Brüssel

Am heutigen 9. Januar 2026 hat Kia auf der Brussels Motor Show das Tuch gelüftet: Der Kia EV2 ist da. Mit dem kompakten Stromer will der koreanische Hersteller die Elektromobilität in Europa massentauglich machen. Das Rezept: Markantes Design, solide Reichweite und ein Preis, der die etablierte Konkurrenz unter Druck setzt.

Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell. Der Kia EV2 komplettiert die elektrische Modelloffensive nach unten und positioniert sich als Einstiegsmodell im heiß umkämpften B-SUV-Segment. Marc Hedrich, Präsident von Kia Europe, betonte bei der Vorstellung: „Der EV2 ist unser Versprechen, Elektromobilität ohne Kompromisse für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen.“

Design: Ein „Mini-EV9“ für die Stadt

Optisch schrumpft Kia die bullige Formensprache des Flaggschiffs EV9 auf stadttaugliche 4,06 Meter Länge. Die „Opposites United“-Designphilosophie sorgt mit kantigen Radläufen, einer aufrechten Silhouette und der markanten „Star Map“-Lichtsignatur für einen selbstbewussten Auftritt. Trotz der kompakten Maße wirkt der EV2 robust und alles andere als ein Verzicht-Auto.

Technik: Zwei Batterien, viel Flexibilität

Unter der Haube nutzt der EV2 die bewährte E-GMP-Plattform, jedoch mit einer kostenoptimierten 400-Volt-Architektur. Käufer haben die Wahl zwischen zwei Batteriegrößen:

  • Standard-Batterie (42,2 kWh): Diese LFP-Variante (Lithium-Eisenphosphat) zielt auf Pendler ab und verspricht eine WLTP-Reichweite von rund 317 Kilometern.
  • Long-Range-Batterie (61 kWh): Mit NCM-Zellen (Nickel-Cobalt-Mangan) sind bis zu 448 Kilometer möglich – ein Spitzenwert in dieser Klasse.

Geladen wird an Schnellstationen in etwa 30 Minuten (10 auf 80 %). Besonders erfreulich für Stadtbewohner: Optional ist ein 22-kW-Onboard-Lader verfügbar, der das AC-Laden deutlich beschleunigt. Zudem unterstützt der kleine Kia Vehicle-to-Load (V2L), womit externe Geräte wie E-Bikes direkt am Auto geladen werden können.

Innenraum: Digital und durchdacht

Im Cockpit setzt Kia auf ein großzügiges Panorama-Display, bestehend aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen und einem separaten 5,3-Zoll-Segment für die Klimasteuerung. Dank des flachen Bodens der Elektro-Plattform bietet der Innenraum überraschend viel Platz.

  • Flexibilität: Der EV2 wird als Vier- oder Fünfsitzer angeboten.
  • Stauraum: Das Kofferraumvolumen liegt je nach Konfiguration zwischen 362 und 403 Litern.
  • Software: Erstmals kommt das Infotainmentsystem „ccNC Lite“ zum Einsatz, das Cloud-Navigation und Over-the-Air-Updates bietet, aber kosteneffizienter produziert wird.

Marktstart und Preise

Produziert wird der EV2 nicht in Korea, sondern im slowakischen Kia-Werk in Žilina, was kurze Lieferwege für Europa garantiert. Der Marktstart ist für den Sommer 2026 geplant.

Obwohl Kia die finalen Listenpreise noch unter Verschluss hält, deutet alles auf einen Einstiegspreis von unter 30.000 Euro hin. Damit positioniert sich der EV2 direkt gegen Konkurrenten wie den kommenden VW ID.Polo, den Renault 4 und den Škoda Epiq.

Technische Daten Kia EV2

MerkmalStandard RangeLong Range
AntriebFrontantrieb (FWD)Frontantrieb (FWD)
Leistungca. 108 kW (147 PS)ca. 100 kW (136 PS)*
Batteriekapazität42,2 kWh (LFP-Chemie)61,0 kWh (NMC-Chemie)
Reichweite (WLTP)ca. 317 kmbis zu 448 km
DC-Laden (10–80 %)ca. 29 Minutenca. 30 Minuten
AC-Laden11 kW (optional 22 kW)11 kW (optional 22 kW)
Länge / Breite / Höhe4.060 / 1.800 / 1.575 mm4.060 / 1.800 / 1.575 mm
Radstand2.570 mm2.570 mm
Kofferraumvolumen362 – 403 Liter362 – 403 Liter
BesonderheitenV2L, V2G, Digital Key 2.0V2L, V2G, Digital Key 2.0
MarktstartSommer 2026Sommer 2026
Preis (geschätzt)ab unter 30.000 €ca. 33.000 – 35.000 €

Fazit: Die Messlatte liegt hoch

Mit dem EV2 bringt Kia ein Fahrzeug, das genau zur richtigen Zeit kommt. Während viele Hersteller noch mit günstigen E-Autos ringen, präsentieren die Koreaner ein fertiges Produkt, das beim Design und der Ausstattung kaum Abstriche macht. Wenn der Basispreis tatsächlich unter der 30.000-Euro-Marke bleibt, könnte der EV2 zum neuen Liebling der europäischen Stadtstraßen avancieren.

© Text e-news.ch 2026 / Bild Kia Press