Sie denken darüber nach, dieses Jahr auf ein Elektroauto umzusteigen? Eine gute Entscheidung. Doch Sie sollten wissen: Ab Ende 2026 ändert sich, wie „sauber“ ein Auto definiert wird. Die neue Euro-7-Norm schaut erstmals nicht nur auf den Auspuff, sondern auch auf Bremsen und Reifen. Wir erklären, warum das für Sie als Käufer wichtig ist und worauf Sie achten sollten.
Jahrelang war die Sache einfach: E-Auto fahren heißt, keine Abgase auszustoßen. Das stimmt natürlich weiterhin. Doch die EU hat erkannt, dass Feinstaub nicht nur aus dem Motor kommt. Ein Großteil der Belastung in unseren Städten entsteht durch den Abrieb von Reifen auf dem Asphalt und Bremsstaub.
Mit der Euro-7-Norm, deren erste Stufe für neue Fahrzeugtypen Ende dieses Jahres in Kraft tritt, müssen sich nun auch E-Autos diesem „Gesundheits-Check“ unterziehen. Was klingt wie bürokratischer Wahnsinn, hat für Sie als Privatkäufer ganz konkrete Auswirkungen – positive wie herausfordernde.
Die gute Nachricht: Ihre Bremsen halten ewig
Beim Thema Bremsstaub ist Ihr zukünftiges E-Auto ein absoluter Musterschüler. Der Grund ist die sogenannte Rekuperation: Wenn Sie vom „Gaspedal“ gehen, bremst der Elektromotor das Auto ab und gewinnt dabei Energie zurück. Die echten, mechanischen Bremsscheiben werden viel seltener benutzt als bei einem Verbrenner.
Ihr Vorteil: E-Autos unterschreiten die neuen, strengen Euro-7-Grenzwerte für Bremsstaub (3 mg/km ab 2030) spielend. Für Ihren Geldbeutel bedeutet das: Die Bremsscheiben und -beläge halten oft weit über 100.000 Kilometer. Das spart teure Werkstattbesuche.
Die Herausforderung: Das „Reifen-Problem“
Hier müssen E-Auto-Fahrer umdenken. Elektroautos sind durch die große Batterie im Schnitt 300 bis 500 Kilogramm schwerer als vergleichbare Benziner. Kombiniert mit dem hohen Drehmoment (die Kraft, die sofort beim Anfahren da ist), führt das zu einem höheren Reifenverschleiß und damit zu mehr Abrieb auf der Straße.
Die Euro 7 führt erstmals Grenzwerte für diesen Abrieb ein. Reifenhersteller wie Michelin oder Continental arbeiten unter Hochdruck an neuen Gummimischungen.
Ihr Vorteil & Rat: Achten Sie beim Kauf (und später beim Ersatz) unbedingt auf Reifen, die speziell für E-Autos gekennzeichnet sind (oft mit „EV“-Kürzeln). Diese sind auf das höhere Gewicht optimiert, rollen leiser und halten länger. Und: Ein entspannter Fahrstil ohne Kavalierstarts schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Reifenprofil massiv.

Der größte Gewinn: Die staatlich verordnete Akku-Haltbarkeit
Das vielleicht wichtigste Plus der neuen Euro-7-Regelung für Privatkäufer wurde in den Medien oft übersehen: Die EU führt eine Haltbarkeitsgarantie für die Batterie ein.
Hersteller müssen ab 2026 garantieren, dass der Akku nicht vorzeitig schlappmacht. Die Mindestanforderungen sind:
- Nach 5 Jahren oder 100.000 km müssen noch 80 % der Kapazität da sein.
- Nach 8 Jahren oder 160.000 km müssen noch 72 % da sein.
Ihr Vorteil: Diese Regelung gibt Ihnen enorme Sicherheit beim Neuwagenkauf. Vor allem aber stabilisiert sie den Wiederverkaufswert. Wenn Sie Ihr E-Auto in ein paar Jahren gebraucht verkaufen wollen, haben Sie durch die Euro-7-Zertifizierung einen klaren Nachweis über die Restqualität des teuersten Bauteils im Auto.
Fazit für Ihre Kaufentscheidung
Ist das E-Auto trotz Reifenabrieb immer noch die sauberere Wahl? Ja, eindeutig. Die Gesamtbilanz an Schadstoffen ist weit besser als beim Verbrenner.
Die Euro 7 macht E-Autos für Sie als Kunden transparenter. Sie zwingt Hersteller zu langlebigeren Batterien und besseren Reifen. Wenn Sie 2026 ein neues E-Auto kaufen, bekommen Sie dank dieser neuen Regeln ein ausgereifteres und wertstabileres Produkt als noch vor wenigen Jahren.
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