MG4 EV 2026: Facelift zum Premium-Preis – Bekommt Europa nur das „alte Modell“?

MG Motor hat das lang erwartete Update des MG4 EV für den deutschen Markt vorgestellt. Während die Technik unter dem Blech kräftig aufpoliert wurde, sorgt die Modellpolitik für hochgezogene Augenbrauen: In China rollt bereits die völlig neue Generation vom Band, während wir in Europa mit der „alten“ Form vorliebnehmen müssen – und das zu einem Einstiegspreis, der sich gewaschen hat.

Das „neue“ Herz im alten Kleid

MG schraubt für das Modelljahr 2026 ordentlich an den inneren Werten. Der bisherige 49-kWh-Akku ist Geschichte; das neue Basismodell startet nun direkt mit einer 64-kWh-LFP-Batterie. Auch bei der Leistung gibt es einen Nachschlag: Statt 125 kW (170 PS) stehen jetzt 140 kW (190 PS) im Datenblatt.

Besonders bei der Software will MG nachgebessert haben – ein wunder Punkt bei vielen Bestandskunden. Das Infotainment soll flüssiger laufen, und die Assistenzsysteme wurden für die strengen EU-Vorgaben (GSR2) optimiert. Doch der bittere Beigeschmack bleibt: Während die Hardware einen Schritt nach vorne macht, verharrt das Design auf dem Stand von gestern. In China wird derweil das „echte“ neue Modell verkauft, was in der Community bereits die Frage aufwirft: Ist Europa für MG nur noch ein Markt für das alte Design Modell?

Die Neuerungen im Überblick (vs. Vorgänger)

FeatureMG4 EV (Alt / Basis)MG4 EV (2026 / Basis)
Batterie51 kWh (Netto)64 kWh (LFP)
Leistung125 kW (170 PS)140 kW (190 PS)
Reichweite (WLTP)ca. 350 kmca. 450 km
SoftwareiSMART (alt)iSMART (optimiert)
Preis (UVP)ab ca. 35.000 €ab 42.990 €

Der Preis-Schock: Wer soll das bezahlen?

Mit einem Einstiegspreis von 42.990 Euro verlässt MG endgültig die Nische des Preis-Leistungs-Krachers. Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz in Wolfsburg gerade zur Attacke bläst.

Die bessere Wahl? VW ID.3 Neo & ID.4 Pure

Wer bis April warten kann, sollte den Blick auf den neuen VW ID.3 Neo werfen. Volkswagen hat aus seinen Fehlern gelernt: Echte Tasten am Lenkrad kehren zurück, die Software 5.0 setzt Maßstäbe in der Bedienung und das Fahrwerk wurde für europäischen Komfort feingeschliffen.

Noch deutlicher wird das Missverhältnis beim Blick auf den VW ID.4 Pure. Für fast den gleichen Preis – oder dank Rabattaktionen oft sogar günstiger – bekommt man hier ein ausgewachsenes SUV eine Fahrzeugklasse über dem MG4. Mehr Platz, bewährter Service und ein deutlich stabilerer Wiederverkaufswert machen den MG4 zum aktuellen Kurs fast unverkäuflich.

Servicewüste MG: Ein gefährliches Spiel mit dem Kunden

Abseits von Spaltmaßen und Software-Bugs wiegt ein Thema schwerer: die Ersatzteilversorgung. Berichte über Kunden, die monatelang auf simple Teile warten mussten, häufen sich. In extremen Fällen wurde frustrierten Besitzern ein Rückkauf angeboten. Doch was fair klingen mag, entpuppte sich oft als Schlag ins Gesicht: Die gebotenen Rückkaufpreise liegen teilweise so weit unter dem Marktwert, dass man es nur als respektlos bezeichnen kann.

Experten-Tipp: Wenn MG4, dann nur Leasing! Wer trotz der Kritikpunkte nicht auf den MG4 verzichten möchte, sollte vom Kauf dringend absehen. Angesichts der ungewissen Ersatzteil-Lage und der unvorhersehbaren Wertentwicklung ist das Leasing die einzige vernünftige Option. So liegt das Risiko für Reparaturverzögerungen und Wertverlust beim Hersteller – und man muss sich am Ende der Laufzeit nicht über unverschämte Ankaufspreise ärgern.

Fazit

Der MG4 EV 2026 bietet technisch solide Kost, ist aber preislich völlig abgehoben. Mit dem „alten“ Design für Europa und dem drohenden Service-Chaos im Rücken wirkt das Angebot wie ein letztes Aufbäumen einer Plattform, die eigentlich schon abgelöst gehört.

© Text e-news.ch 2026 / © Bild MG

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