Leapmotor T03: Kleiner Stromer, große Ambitionen – Der neue Preis-Leistungs-König der City?

Während die Automobilwelt oft von tonnenschweren Elektro-SUVs spricht, findet die wahre Revolution der urbanen Mobilität eine Etage tiefer statt. Mit dem Leapmotor T03 rollt ein neuer Herausforderer in das A-Segment, der dank der Partnerschaft mit Stellantis den europäischen Markt aufmischen will. Wir haben den chinesischen City-Flitzer auf Herz und Nieren geprüft.

Warum das A-Segment lebt

Lange Zeit schien es, als würden erschwingliche Elektro-Kleinwagen aussterben. Doch der Leapmotor T03 beweist das Gegenteil. Produziert im polnischen Tychy (unter der Ägide von Stellantis), kombiniert er chinesische Effizienz mit europäischer Vertriebs-Infrastruktur. Er tritt direkt gegen den Dacia Spring und den neuen Citroën ë-C3 an.

Design und Abmessungen: Kompakt ohne Kompromisse?

Optisch gibt sich der T03 sympathisch-zurückhaltend. Mit seinen runden Formen und den markanten LED-Tagfahrlichtern wirkt er modern, ohne aggressiv zu sein.

Die harten Fakten zu den Maßen:

  • Länge: 3.620 mm
  • Breite: 1.652 mm (ohne Spiegel)
  • Höhe: 1.577 mm
  • Radstand: 2.400 mm
  • Kofferraumvolumen: 210 Liter (erweiterbar auf 508 Liter bei umgeklappter Rückbank)
  • Wendekreis: Nur 9,3 Meter – ein Traum in engen Parkhäusern.

Technische Daten & Antrieb

Unter der Haube steckt mehr Technik, als man bei dieser Größe vermuten würde. Der T03 setzt auf ein 400-Volt-System.

FeatureSpezifikation
Leistung70 kW (95 PS)
Drehmoment158 Nm
Batteriekapazität37,3 kWh (Netto)
Reichweite (WLTP)265 km (kombiniert) / bis zu 395 km (Stadt)
Vmax130 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h)ca. 12,7 Sekunden
Ladeleistung AC6,6 kW (1-phasig)
Ladeleistung DCMax. 45 kW (30-80% in ca. 36 Min.)

Fahrbericht: Agil durch den Asphaltdschungel

Im Test zeigt der T03 seine wahre Stärke: die Stadt. Dank der 95 PS schießt der kleine Stromer an der Ampel zügig los. Das geringe Gewicht macht ihn agil, die Lenkung ist leichtgängig, bietet aber drei verschiedene Modi (Standard, Sport, Komfort), um das Feedback etwas anzupassen.

Das Fahrwerk ist überraschend komfortabel abgestimmt und schluckt Schlaglöcher besser als manch teurerer Konkurrent. Auf der Autobahn wird es ab 110 km/h zwar etwas lauter im Innenraum, aber für kurze Überlandfahrten reicht die Stabilität vollkommen aus. Ein echtes Highlight: Die serienmäßige 360-Grad-Kamera und das Assistenzsystem-Paket (L2), das in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit ist.

Interieur und Infotainment

Trotz viel Hartplastik wirkt der Innenraum durch das 8-Zoll-Instrumentencluster und den 10,1-Zoll-Touchscreen modern. Das System reagiert flott, die Menüführung ist intuitiv. Ein Panorama-Glasdach sorgt für ein luftiges Raumgefühl, das über die geringe Fahrzeugbreite hinwegtäuscht.

Preise im DACH-Raum (Stand März 2026)

Leapmotor positioniert den T03 als Kampfansage an die Konkurrenz. Die Preise sind inklusive der jeweiligen länderspezifischen Förderungen und Steuern kalkuliert:

  • Deutschland: Ab ca. 18.900 € (Einstiegspreis oft durch Aktionsprämien reduziert).
  • Österreich: Ab ca. 19.500 € (inkl. E-Mobilitätsbonus).
  • Schweiz: Ab ca. 18.500 CHF (je nach Kanton und Zollvorgaben).

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile (+)

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Sehr viel Ausstattung (Assistenzsysteme, Glasdach) zum kleinen Preis.
  • Effizienz: Realistische Stadtreichweiten von über 300 km sind machbar.
  • Wendigkeit: Perfektes Format für die City.
  • Service-Sicherheit: Durch die Stellantis-Partnerschaft ist die Ersatzteilversorgung gesichert.

Nachteile (-)

  • Ladeleistung: 6,6 kW AC (einphasig) ist zu Hause langsam; DC-Laden mit 45 kW ist okay, aber nicht rekordverdächtig.
  • Platzangebot hinten: Für Erwachsene auf Langstrecken sehr beengt.
  • Anhängerlast: Nicht vorhanden.

Fazit: Das richtige Auto zur richtigen Zeit

Der Leapmotor T03 ist kein Langstreckenbomber, aber das will er auch gar nicht sein. Er ist ein ehrliches, gut ausgestattetes und vor allem bezahlbares Elektroauto für den urbanen Raum. Wer ein Zweitauto sucht oder hauptsächlich pendelt, bekommt hier mehr Technik und Komfort als beim Dacia Spring, ohne preislich in die Regionen eines Fiat 500e abzudriften.

© Text e-news.ch 2026 / © Bild Leapmotor 2026

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