Kia EV2: Der 26.600-Euro-Lockvogel – Wenn der „kleine“ Kia plötzlich 40.000 Euro kostet

Kia verspricht mit dem EV2 den Einstieg in die bezahlbare Elektromobilität. Ein schickes Kompakt-SUV für unter 27.000 Euro klingt im Jahr 2026 nach einer Kampfansage. Doch wer den EV2 so konfigurieren möchte, dass er den heutigen Standards der E-Mobilität entspricht, erlebt an der Kasse eine böse Überraschung. Wir haben nachgerechnet.

Die Basis: Was bietet der Kia EV2 „Light“?

Der Einstieg beginnt bei 26.600 Euro für die Ausstattungslinie Light. Dafür bekommt der Kunde ein technisch solides Fundament, das auf der bewährten E-GMP-Plattform basiert.

  • Batterie: 42,2 kWh (LFP-Technologie)
  • Reichweite (WLTP): ca. 317 km
  • Leistung: 108 kW (147 PS)
  • Laden: 11 kW AC / ca. 115 kW DC (10–80 % in ca. 29 Min.)

Auf dem Papier ist das ein faires Angebot für urbane Pendler. Wer jedoch moderne Features wie eine Wärmepumpe, ein integriertes Navigationssystem oder schnelles 22-kW-AC-Laden sucht, stellt fest: In der „Light“-Version ist vieles davon schlichtweg nicht verfügbar.

Die Aufpreis-Falle: Der Weg zur 40.000-Euro-Marke

Möchte man den EV2 fit für den Alltag und den Wiederverkauf machen, führt der Weg unweigerlich zur höheren Ausstattungslinie Earth. Diese startet bereits bei 31.590 Euro. Doch das ist erst der Anfang. Um ein wirklich zeitgemäßes Elektroauto zu erhalten, muss man tief in die Paket-Liste greifen.

Hier eine realistische Beispielkonfiguration, die zeigt, wie schnell der Preis in die Höhe schnellt:

PostenAusstattung / ExtraPreis (in Euro)
BasispreisKia EV2 Earth (42,2 kWh)31.590
LackierungMetallic-Lackierung990
Winter-Connect-PaketInkl. Wärmepumpe & V2L (P3)1.390
AC-Laden22-kW-Onboard-Charger (P4)990
Technology-PaketNavi, Harman/Kardon, HDA 2.0 (P5)1.190
Design-Paket18-Zoll-Felgen, Privacy-Glas etc. (P7)990
ZwischensummeFahrzeugpreis inkl. Extras38.130
ZusatzkostenÜberführung & Zulassung (ca.)~1.500
GesamtpreisEndpreis fahrfertig~39.630

Wer jetzt noch zur größeren 61-kWh-Batterie greift, die für Langstrecken eigentlich Pflicht ist, durchbricht die 40.000-Euro-Schallmauer mühelos.

Das kritische Fazit: Günstig ist anders

Der Kia EV2 wird als Heilsbringer für die Massen vermarktet. Doch das Preisschild von 26.600 Euro ist primär ein Marketing-Instrument. In der Basis-Ausstattung fehlen elementare Dinge, die ein modernes E-Auto auszeichnen – allen voran die Wärmepumpe, die bei winterlichen Temperaturen über die Reichweite entscheidet.

Dass Kia den 22-kW-Lader optional anbietet, ist lobenswert, doch die Koppelung vieler Features an teure Pakete und höhere Ausstattungslinien treibt den Preis eines eigentlich kompakten Kleinwagens in Regionen, in denen man bereits ausgewachsene Mittelklasse-Fahrzeuge (oder junge Gebrauchte der Oberklasse) findet.

Das Fazit unserer Redaktion: Der EV2 ist ein technologisch hervorragendes Fahrzeug, aber das Versprechen der „günstigen Elektromobilität“ wird hier ad absurdum geführt. Wer ein vernünftig ausgestattetes Auto will, landet wieder bei 40.000 Euro. Damit bleibt die E-Mobilität im B-Segment für viele Kunden auch 2026 weiterhin ein teurer Luxus.

© Text / Bild e-news.ch 2026

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