Von der Offroad-Ikone zum Stromer: Suzuki schlägt mit dem e-Vitara ein neues Kapitel auf. Basierend auf der speziell entwickelten „HEARTECT-e“-Plattform und in enger Kooperation mit Toyota entstanden, verspricht das erste vollelektrische Modell der Japaner eine Mischung aus Abenteuerlust und Alltagstauglichkeit. Wir haben uns alle Details von der Technik bis zur Preisgestaltung für Sie angesehen.
Design und Karosserie: Kantig, robust, funktional
Der e-Vitara bleibt seiner DNA treu. Mit einer Länge von 4,28 Metern und einer Breite von 1,80 Metern positioniert er sich im hart umkämpften B-SUV-Segment (Konkurrenten: VW ID.3, Kia EV3, Hyundai Kona). Optisch setzt Suzuki auf den „High-Tech & Adventure“-Look: Markante Kunststoffbeplankungen, muskulöse Radhäuser und eine Bodenfreiheit von 180 mm unterstreichen den Offroad-Anspruch.
Dank des langen Radstandes von 2.700 mm bietet der e-Vitara überraschend viel Platz im Innenraum, auch wenn die Karosserie kompakt bleibt. Ein Wermutstropfen: Einen „Frunk“ (Kofferraum unter der Motorhaube) gibt es nicht.


Innenraum und Verarbeitung: Moderne trifft auf Robustheit
Im Interieur verabschiedet sich Suzuki von der analogen Welt. Das Cockpit wird von einer dualen Display-Einheit dominiert, bestehend aus einem 10,25-Zoll-Kombiinstrument und einem 10,1-Zoll-Multimedia-Touchscreen.
- Verarbeitung: Suzuki setzt auf einen Mix aus robusten Kunststoffen und wohnlichen Stoffapplikationen. In den höheren Ausstattungslinien (Comfort+) finden sich zudem hochwertige Ledernachbildungen. Die Bedienung bleibt dank physischer Tasten am Lenkrad und für die Klimatisierung angenehm ergonomisch.
- Platzangebot: Vorne herrscht großzügige Freiheit. Hinten ist der Boden bedingt durch die Batterie im Unterboden recht hoch, was bei Erwachsenen zu einer etwas angewinkelten Beinhaltung führt.
- Gepäckraum: Hier liegt die Achillesferse. Mit einem Volumen von ca. 310 Litern (erweiterbar auf ca. 1.100 Liter) ist der Kofferraum für die Fahrzeugklasse eher unterdurchschnittlich. Immerhin ist die Rückbank verschiebbar, um zwischen Beinfreiheit und Stauraum zu variieren.
Technik und Antrieb: Drei Varianten für jeden Bedarf
Suzuki bietet den e-Vitara in drei verschiedenen Konfigurationen an, wobei die Allrad-Version (ALLGRIP-e) ein echtes Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse darstellt.
| Merkmal | 49 kWh (2WD) | 61 kWh (2WD) | 61 kWh (AWD) |
| Leistung | 106 kW (144 PS) | 128 kW (174 PS) | 135 kW (184 PS) |
| Drehmoment | 193 Nm | 193 Nm | 307 Nm |
| Batterie-Typ | LFP (Lithium-Eisenphosphat) | LFP | LFP |
| Reichweite (WLTP) | ca. 344 km | ca. 426 km | ca. 395 km |
| 0-100 km/h | 9,6 s | 8,7 s | 7,4 s |
Besonders der Trail-Modus der Allradversion beeindruckt: Durch gezieltes Abbremsen durchdrehender Räder und Drehmomentverteilung auf die Achse mit mehr Grip zeigt der e-Vitara echte Geländetalente.
Ladetechnik: Der Kompromiss der Japaner
Beim Thema Laden zeigt sich Licht und Schatten. Suzuki setzt konsequent auf LFP-Zellen, die als besonders langlebig und sicher gelten, jedoch eine geringere Energiedichte aufweisen.
- AC-Laden: Serienmäßig ist ein 11-kW-Onboard-Lader verbaut. Eine Vollladung an der Wallbox dauert je nach Akku zwischen 4,5 und 6 Stunden.
- DC-Schnellladen: Hier liegt der kritische Punkt. Die maximale Ladeleistung wird in aktuellen Tests (Stand 2026) mit ca. 67 bis 70 kW im Peak angegeben. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 % dauert damit rund 45 Minuten. Im Vergleich zur Konkurrenz, die teils über 100 kW lädt, ist dies ein eher langsamer Wert, der Langstreckenfahrten etwas mehr Geduld abverlangt.
Ausstattungslinien und Preise
Suzuki bleibt seiner Linie treu, viel Ausstattung in den Basispreis zu packen.
- Club (ab 29.990 €): Einstieg mit 49-kWh-Akku. Inklusive kabellosem Apple CarPlay/Android Auto, adaptivem Tempomat (ACC), Rückfahrkamera und Navigationssystem.
- Comfort (ab 36.490 €): Größerer 61-kWh-Akku, Sitzheizung, Lenkradheizung und beheizbare Frontscheibe.
- Comfort+ (ab 40.490 €): 19-Zoll-Felgen, 360-Grad-Kamera, Infinity Sound System und Glasdach.
- Der Allradantrieb ALLGRIP-e ist für die Comfort-Linien gegen einen Aufpreis von ca. 2.500 bis 3.000 € erhältlich.
Fazit: Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile
- Preisleistung: Ein vollwertiges E-SUV unter 30.000 € ist eine Ansage.
- Allradkompetenz: In dieser Klasse ist ein echtes 4×4-System (ALLGRIP-e) selten.
- Serienausstattung: Bereits das Basismodell „Club“ lässt kaum Wünsche offen.
- Sicherheit: LFP-Batterietechnik ist robust und weniger brandanfällig.
Nachteile
- Ladegeschwindigkeit: Mit maximal 67-70 kW DC ist er kein Langstreckenprofi.
- Kofferraum: 310 Liter sind für Familienurlaube knapp bemessen.
- Geräuschniveau: Bei Autobahntempo (max. 150 km/h) nehmen Windgeräusche deutlich zu.
Journalistisches Urteil: Der Suzuki e-Vitara ist kein Technologieträger für Reichweitenrekorde, sondern ein ehrliches Arbeitstier. Er überzeugt durch ein faires Preismodell und echte Geländetauglichkeit. Wer primär pendelt oder im urbanen Raum sowie auf Waldwegen unterwegs ist, findet hier ein extrem solides Paket. Für die große Urlaubsreise nach Südeuropa muss man aufgrund der Ladetechnik jedoch Zeit einplanen.
© Text e-news.ch 2026 / © Bilder Suzuki Presse

