Die Automobilwelt befindet sich im Goldrausch – allerdings nicht bei der Hardware, sondern bei der Software. Immer mehr Hersteller versuchen, Funktionen, die früher selbstverständlich waren, hinter einer Bezahlschranke zu verstecken. Ob BMW, Mercedes oder das aktuelle Beispiel Volkswagen: Wer im ID. nach zwei Jahren weiterhin eine intelligente Routenplanung oder Echtzeit-Verkehrsdaten möchte, soll bis zu 149 Euro jährlich oder 255 Euro für zwei Jahre zahlen.
Doch es gibt einen Ausweg aus dieser digitalen Abhängigkeit. Eine Lösung, die nicht nur kostenlos ist, sondern die Systeme der Fahrzeughersteller oft alt aussehen lässt: Android Auto und Google Maps.
Warum jeder E-Autofahrer auf das Smartphone setzen sollte
Es ist Zeit für ein Umdenken. Die fest verbauten Navigationssysteme altern ab dem Tag der Auslieferung, während Ihr Smartphone durch ständige Updates immer auf dem neuesten Stand bleibt.
- Google Maps ist die unangefochtene Daten-Königin: Kein Autohersteller kann mit der Masse an Echtzeit-Daten mithalten, die Google generiert. Während das bordeigene Navi noch „freie Fahrt“ anzeigt, kennt Google Maps bereits das Schlagloch oder den liegengebliebenen Wagen drei Kilometer voraus.
- Die Ladeplanung ist erwachsen geworden: Lange Zeit war die fehlende Integration des Batteriestands ein Argument für die teuren Herstellersysteme. Doch Google hat nachgezogen. Wer in den Einstellungen sein Fahrzeugmodell hinterlegt, erhält eine hochpräzise Ladeplanung. Google Maps zeigt nicht nur, wo man laden muss, sondern auch, ob die Säulen aktuell frei sind, wie schnell sie laden und welche Annehmlichkeiten (Cafés, WCs) es vor Ort gibt.
- Keine Kosten, maximale Freiheit: Während Konzerne wie VW versuchen, für ChatGPT-Integration oder Online-Radio monatliche Gebühren zu erheben, bietet Android Auto den Google Assistant und Dienste wie Spotify oder TuneIn Radio völlig kostenlos an.
Die Gebrauchsanweisung für Ihre digitale Freiheit
Damit Sie die teuren Abos der Hersteller getrost ignorieren können, sollten Sie Ihr System einmalig optimal einrichten:
- Die perfekte Verbindung: Nutzen Sie bei modernen E-Autos die kabellose Verbindung. Einmal gekoppelt, startet Android Auto jedes Mal, wenn Sie einsteigen. Sollte Ihr Fahrzeug nur eine Kabelverbindung zulassen, investieren Sie in ein hochwertiges, kurzes USB-C-Kabel, um Verbindungsabbrüche zu vermeiden.
- E-Auto-Profil schärfen: Öffnen Sie Google Maps in Android Auto, gehen Sie in die Einstellungen und wählen Sie unter „Antriebstyp“ explizit „Elektrisch“ aus. In den tieferen Einstellungen können Sie zudem Ihre bevorzugten Ladenetzwerke (z.B. EnBW oder Ionity) priorisieren.
- Die Benutzeroberfläche aufräumen: Über die Android Auto App auf Ihrem Handy können Sie den „Launcher“ anpassen. Schieben Sie nur die Apps nach oben, die Sie wirklich brauchen (z.B. Maps, Spotify, Kalender). Das minimiert die Ablenkung.
Ein klares Signal an die Konzerne
Jeder E-Autofahrer, der das teure Verlängerungs-Abo verweigert und stattdessen auf Android Auto setzt, schickt eine klare Botschaft an die Vorstandsetagen in Wolfsburg, Stuttgart oder München: Wir lassen uns für Basisfunktionen nicht doppelt zur Kasse bitten.
Warum sollten wir Hardware teuer kaufen, um sie danach monatlich zu mieten? Die Technik in Ihrer Hosentasche ist schneller, klüger und vor allem: Sie gehört Ihnen bereits.
Fazit: Die „Connect Plus“-Dienste und ähnliche Pakete sind ein Relikt aus einer Zeit, in der das Auto eine geschlossene Welt war. Heute ist das Auto Teil unseres digitalen Ökosystems. Nutzen Sie Google Maps, sparen Sie sich das Geld für den nächsten Urlaub und genießen Sie die beste Navigation, die man aktuell für Geld – oder eben umsonst – bekommen kann.
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