Tesla drückt aufs Gas – beim Preis. Mit einem Einstiegspreis von aktuell 37.970 Euro rückt das Model 3 Standard in Preisregionen vor, die bisher Verbrennern oder deutlich kleineren Elektroautos vorbehalten waren. Doch was bekommt man für sein Geld? Wir haben das „nackte“ Basismodell unter die Lupe genommen und klären, ob der Verzicht auf das „Premium“-Label schmerzt.
Der erste Blick: Was steckt unter der Haube?
Wer das Model 3 Standard (Hinterradantrieb) bestellt, erhält das Ergebnis des „Highland“-Updates. Das bedeutet: schärfere Optik, bessere Aerodynamik und ein deutlich leiserer Innenraum. Während die Premium-Varianten auf maximale Performance setzen, ist das Basismodell der Effizienz-König.
| Feature | Model 3 Standard (RWD) |
| Listenpreis | 37.970 € |
| Reichweite (WLTP) | 513 km (mit 19″) / 554 km (mit 18″) |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 6,1 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 201 km/h |
| Batterietyp | LFP (Lithium-Eisenphosphat) |
Ausstattung: Alles andere als „Basis“
Tesla bricht mit der Tradition der deutschen Premium-Hersteller, bei denen man für jedes Extra extra zahlt. Selbst in der 37.970-Euro-Version sind Features enthalten, die anderswo Tausende Euro Aufpreis kosten:
- Belüftete Sitze: Die Vordersitze sind im Sommer gekühlt und im Winter beheizt.
- Fond-Display: Passagiere in der zweiten Reihe haben ein eigenes 8-Zoll-Display für Klima (ab Premium) Sitzheizung und Streaming (YouTube/Netflix).
- 360-Grad-Akustikglas: Alle Scheiben sind doppelt verglast, was für eine beeindruckende Ruhe im Innenraum sorgt.
- Ambientebeleuchtung: Ein durchgehendes, farblich anpassbares LED-Band verleiht dem Cockpit modernen Lounge-Charakter.
- Konnektivität: Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsdaten und Spotify-Integration sind (über das Premium-Abo) Standard.
Wo wurde gespart? Der Vergleich zum Premium-Modell
Um den attraktiven Preis zu realisieren, musste Tesla natürlich differenzieren. Wer vom „Maximale Reichweite“ (AWD) oder „Performance“ kommt, wird folgende Unterschiede bemerken:
1. Das Soundsystem: Von 17 auf 9
Dies ist der wohl spürbarste Unterschied im Innenraum. Während die Premium-Modelle ein High-End-System mit 17 Lautsprechern und zwei wuchtigen Subwoofern besitzen, bietet die Basisversion 9 Lautsprecher und keinen Subwoofer. Für den Alltag ist der Klang immer noch überdurchschnittlich, audiophile Nutzer werden den „Wumms“ im Keller jedoch vermissen.
2. Die Ladekurve
Die Basis lädt am Supercharger mit maximal 170 kW. Die großen Brüder schaffen bis zu 250 kW. Da der Akku im Standard-Modell jedoch kleiner ist, fällt der Zeitverlust geringer aus als gedacht: In etwa 25 Minuten ist der Akku von 10 % auf 80 % gefüllt.
3. Allrad vs. Heckantrieb
Das Einstiegsmodell hat nur einen Motor an der Hinterachse. Das spart Gewicht und Energie, bedeutet aber auch: weniger Traktion bei Schnee und eine „langsamere“ Beschleunigung (6,1 vs. 4,4 Sekunden beim Long Range).
4. Details im Innenraum
In der Basisversion verzichtet Tesla auf die Alcantara-Einsätze in den Türpappen und ersetzt diese durch einen hochwertigen, grauen Textilstoff. Zudem sind die Nebelscheinwerfer nicht mehr separat in der Schürze verbaut (was jedoch für alle neuen Model 3 gilt).
Förderung & Leasing: So rechnet sich das 37.970 € Model 3 im Jahr 2026
Der Anschaffungspreis ist das eine, die Unterhaltskosten sind das andere. Dank der neuen staatlichen Förderrichtlinien, die seit dem 1. Januar 2026 in Kraft sind, und massiven steuerlichen Vorteilen ist das Model 3 Standard aktuell rechnerisch eines der günstigsten Mittelklasse-Fahrzeuge auf dem Markt. Wir zeigen dir, wie du das Maximum aus den Förderungen herausholst.
1-2. Die neue staatliche Kaufprämie 2026
Seit Anfang des Jahres greift das neue Förderprogramm der Bundesregierung. Anders als früher ist die Prämie nun sozial gestaffelt und belohnt besonders Familien und mittlere Einkommen. Da das Model 3 Standard mit einem Bruttopreis von 37.970 € (netto ca. 31.900 €) deutlich unter der Fördergrenze liegt, ist es voll prämienfähig.
| Förderkomponente | Betrag | Voraussetzung |
| Basisförderung | 3.000 € | Jede Privatperson beim Kauf/Leasing |
| Sozial-Bonus I | + 1.000 € | Haushalts-Einkommen < 60.000 €/Jahr |
| Sozial-Bonus II | + 1.000 € | Haushalts-Einkommen < 45.000 €/Jahr |
| Familien-Bonus | + 500 € | Pro Kind im Haushalt (max. 1.000 €) |
| Maximale Förderung | 6.000 € | Geringverdiener mit 2 Kindern |
Pro-Tipp: Die Anträge können voraussichtlich ab Mai 2026 rückwirkend für alle Zulassungen seit dem 01.01.2026 gestellt werden. Wer jetzt kauft, sichert sich den Bonus also nachträglich.
2-2. Leasing-Beispiele (Privat & Gewerbe)
Tesla hat die Leasingkonditionen für Bestandsfahrzeuge stark angepasst. Basierend auf dem Preis von 37.970 € ergeben sich folgende Beispielraten (ca.-Werte, je nach Bonität):
Privat-Leasing (Beispiel)
- Laufzeit: 48 Monate
- Laufleistung: 10.000 km/Jahr
- Anzahlung: 3.000 € (deckt sich mit der staatlichen Basis-Förderung)
- Monatliche Rate: ca. 328 € inkl. MwSt.
Gewerbe-Leasing (Beispiel)
- Laufzeit: 36 Monate
- Laufleistung: 20.000 km/Jahr
- Anzahlung: 0 €
- Monatliche Rate: ca. 397 € zzgl. MwSt.
3-2. Steuerliche Vorteile: Die 0,25 %-Regel
Für Dienstwagenfahrer ist das Model 3 Standard besonders lukrativ. Seit Juli 2025 wurde die Grenze für die vorteilhafte 0,25 %-Versteuerung auf einen Bruttolistenpreis von 100.000 € angehoben.
- Rechnung: Bei einem BLP von 37.970 € müssen monatlich nur ca. 95 € als geldwerter Vorteil versteuert werden. Ein vergleichbarer Verbrenner (z.B. BMW 3er oder Audi A4) würde mit der 1 %-Regel und einem ähnlichen Listenpreis ca. 380 € monatliche Belastung bedeuten.
4-2. Weitere Kostenvorteile im Überblick
Neben der Kaufprämie gibt es im Jahr 2026 weitere Hebel, um die monatlichen Kosten zu drücken:
- Kfz-Steuerbefreiung: Das Fahrzeug ist bei Erstzulassung bis Ende 2030 für insgesamt 10 Jahre (maximal bis 31.12.2035) komplett von der Kfz-Steuer befreit.
- THG-Quote: Auch 2026 kannst du die eingesparten CO₂-Emissionen verkaufen. Aktuell liegt die Auszahlung für Privatpersonen bei ca. 310 € pro Jahr.
- Wartungskosten: Da Tesla keine klassischen Inspektionsintervalle vorschreibt, liegen die Wartungskosten über 4 Jahre statistisch etwa 60 % unter denen eines Verbrenners.
Fazit: Lohnt sich der Einstieg?
Das Tesla Model 3 für 37.970 Euro ist aktuell wohl eines der besten Preis-Leistungs-Angebote auf dem Markt. Man verzichtet primär auf Prestige-Werte: Wer nicht jeden Tag 500 Kilometer am Stück abspulen muss oder Ampelrennen gewinnen will, bekommt ein voll ausgestattetes Hightech-Auto zum Preis eines gut ausgestatteten Kompaktwagens.
Unser Urteil: Die „Sparmaßnahmen“ betreffen fast nur Luxus-Aspekte wie das Soundsystem oder die absolute Höchstleistung. In Sachen Sicherheit, Komfort und Software gibt es keine Kompromisse.
© Text e-news.ch 2026 / © Bild Tesla 2026

