Lange Zeit war der größte Vorteil des bordeigenen VW-Navigationssystems, dass es den aktuellen Ladestand des Akkus kannte. Seit dem großen Update Anfang 2026 (und für viele Modelle bereits seit 2024/25) kann Google Maps das jedoch auch. So richten Sie es ein:
Schritt 1: Das Fahrzeugprofil in Google Maps anlegen
Bevor die Echtzeit-Daten fließen, muss Google wissen, welches „Herz“ in Ihrem Auto schlägt.
- Öffnen Sie Google Maps auf Ihrem Smartphone.
- Tippen Sie auf Ihr Profilbild oben rechts und gehen Sie auf Einstellungen.
- Wählen Sie den Punkt „Navigation“ und scrollen Sie zu „E-Auto-Einstellungen“.
- Wählen Sie unter „Motortyp“ die Option „Elektrisch“.
- Fügen Sie unter „Fahrzeug“ Ihren VW ID (z.B. ID.4 Pro) hinzu. Wählen Sie auch Ihren Steckertyp (meist CCS) aus.
Schritt 2: Die Datenfreigabe im Fahrzeug (Android Auto)
Damit Google Maps den SoC (State of Charge) wirklich in Echtzeit sieht, muss die „Handshake“-Funktion zwischen Auto und Smartphone aktiv sein.
- Verbinden Sie Ihr Handy per Kabel oder Wireless mit dem VW.
- Starten Sie Android Auto auf dem Display des Wagens.
- Öffnen Sie die Google Maps App im Auto.
- In den Einstellungen innerhalb des Fahrzeug-Displays finden Sie nun oft einen Punkt wie „Batterieinformationen teilen“ oder „Echtzeit-Ladestand nutzen“. Aktivieren Sie diesen.Hinweis: Sollte Ihr VW-Softwarestand (z.B. bei sehr frühen ID.3 Modellen) dies noch nicht nativ unterstützen, zeigt Google Maps Ihnen zumindest eine sehr präzise Schätzung an, die auf Ihrem Fahrprofil basiert.
Schritt 3: Die Ladeplanung nutzen
Sobald die Verbindung steht, ändert sich die Navigation komplett:
- Geben Sie ein Ziel ein, das weiter entfernt ist als Ihre aktuelle Reichweite.
- Google Maps zeigt Ihnen nun automatisch: „Akkustand bei Ankunft: 12 %“.
- Tippen Sie auf „Ladestopp hinzufügen“, und Google schlägt Ihnen die schnellsten Säulen (z.B. Ionity oder EnBW) vor, basierend auf Ihrem aktuellen Real-Verbrauch.
Der „Profi-Tipp“ für volle Kontrolle: ABRP + OBD2-Dongle
Falls Sie ein „Power-User“ sind und Ihr VW-Modell die Daten noch nicht direkt an Google freigibt, gibt es die ultimative Lösung, die jedes Hersteller-Navi alt aussehen lässt:
- Besorgen Sie sich einen günstigen OBD2-Bluetooth-Adapter (ca. 30 € für den Steckplatz im Fahrerfußraum).
- Nutzen Sie die App „A Better Routeplanner“ (ABRP).
- ABRP liest über den Adapter den Batteriestand, die Batterietemperatur und sogar die Degradation aus.
- Dank Android Auto können Sie ABRP direkt auf dem großen VW-Bildschirm nutzen.
Fazit: Mit diesen Einstellungen wird das 149-Euro-Abo von VW endgültig überflüssig. Sie haben die präzisere Navigation, die besseren Staudaten und die volle Kontrolle über Ihren Akku – und das Geld sparen Sie sich für die nächste Ladung am Schnelllader.
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